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Online-Recherche in den Beständen des Stadtarchivs Ratingen

16 Jun

Das Stadtarchiv Ratingen bietet einen neuen Service an: Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger können ab sofort unter www.stadtarchiv-ratingen.de rund um die Uhr im Internet in den verschiedenen Beständen des Archivs recherchieren. Bisher war dies nur während der Öffnungszeiten im Archiv möglich.
Das Stadtarchiv als Informations- und Dokumentationsstelle zur Stadtgeschichte verwahrt die schriftliche Überlieferung der Stadt Ratingen und verschiedener Vorgängerbehörden sowie auch Sammlungen wie zum Beispiel das städtische Bildarchiv. Die einzigartigen Bestände reichen von der Stadterhebung im Jahr 1276 bis in die unmittelbare Gegenwart. Es handelt sich dabei um Urkunden, Akten, Zeitungen, Fotos, Plakate und vieles mehr, die grundsätzlich öffentlich sind und von jedem Interessierten eingesehen und benutzt werden können.
Die Recherche in diesen Beständen kann nun seit einigen Tagen über so genannte Online-Findbücher erfolgen. Die Benutzung und Einsichtnahme der Archivalien erfolgt weiterhin persönlich im Stadtarchiv. Bisher ist die Überlieferung der ehemaligen Ämter Angermund, Eckamp und Angerland sowie der Stadt Ratingen bis 1920 im Internet zu finden.
In den nächsten Wochen und Monaten werden weitere Online-Findbücher eingestellt, so dass dann ein Großteil der Bestände zu recherchieren sein wird. Außerdem gibt es im Internetangebot weitere aktuelle Informationen über die Aufgaben des Stadtarchivs, Projekte und Veranstaltungen und natürlich über die Geschichte der Stadt Ratingen. Alle Inhalte werden kontinuierlich erweitert.
Das neue Archivangebot wurde im Rahmen des nordrhein-westfälischen Archivportals http://www.archive.nrw.de realisiert, das im vergangenen Jahr eine neue Struktur erhielt und seitdem auch Recherchemöglichkeiten anbietet. Der Vorteil des Portals liegt darin, dass gleichzeitig auch in anderen kommunalen, staatlichen und privaten Archiven recherchiert werden kann. Das Stadtarchiv möchte mit der Bereitstellung der Online-Recherche den Bürgerservice weiter ausbauen und das Archiv weiter nach außen öffnen.
Das Stadtarchiv befindet sich an der Mülheimer Straße 47. Die Öffnungszeiten sind dienstags und mittwochs von 10 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr, donnerstags von 8 bis 12 und 14 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung.
Für Hinweise und Fragen steht Stadtarchivar Joachim Schulz-Hönerlage gerne zur Verfügung (Tel. 02102/550-4190, E-Mail: stadtarchiv@ratingen.de).

Die Kölner Generalvikariatsprotokolle

7 Jul

In den Generalvikariatsprotokollen sind die täglichen Amtshandlungen des Generalvikars, der der Bevollmächtigte des Erzbischofs für die kirchliche Verwaltung ist, mit Daten, Inhalt und Adressaten notiert.

Aufgenommen werden:
1. Erteilung von Ehedispensen bei Blutsverwandten,
2. Erteilung von Dispensen vom Aufgebot ( d.h. von der Ankündigung der Heirat in der Pfarrkirche )
3. Bestätigung von frommen Stiftungen,
4. Entlassungen zur Trauung nach auswärts,
5. Stellentausch von Geistlichen und Ämtern.

Die beiden ersten Punkte sind für den Familienforscher die wichtigsten, da sie Aussagen über Verwandtschaft, Traudatum und -ort machen, die man in den Kirchenbüchern oft nicht findet, da sie häufig nicht so weit zurückreichen. Auch bei Stiftungen (Punkt 3) wird oft der Verwandtschaftsnachweis gebracht.
Die Generalvikariatsprotokolle des Kölner Erzbistums aus der Zeit von 1662 – 1825 liegen im historischen Archiv des Erzbistums Köln.
Die Zeit von 1662 – 1755 ist von Pater Hermann Deitmer und Pfarrer Hans Vogel in Buchform herausgegeben und von der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde veröffentlicht worden.
Band 1 enthält noch personengeschichtliche Angaben aus Generalvikariatsakten der Zeit von 1400 – 1610.
Band 3 enthält in der Zeit von 1731 – 1734 Abstammungsschemata zum Nachweis eines bestimmten Verwandtschaftgrades, er ist daher für Familienforscher besonders wichtig.
In Band 5 sind zum ersten Mal auch die Ordensfrauen erfasst, die zum Beispiel bei Erlaubnis zur Profess angeführt werden.
Das Erzbistum Köln war damals sehr ausgedehnt: Es reichte von Malmédy bis kurz vor Paderborn und von Gerolstein (Südeifel) bis in die heutigen Niederlande.
Die Generalvikariatsprotokolle ermöglichen die schnelle Überprüfung umliegender Gemeinden auf bestimmte Namensvorkommen. Mit ihrer Hilfe kann man auch feststellen, in welchen Orten ein Familienname häufiger vorkommt.
Es sind folgende Bände erschienen:

Deitmer, Hermann
Die Kölner Generalvikariatsprotokolle als personengeschichtliche Quellen
Band 1: Aus der Zeit vor 1700 in 2 Halbbänden
Köln 1970, 1584 Seiten

Deitmer, Hermann
Die Kölner Generalvikariatsprotokolle
Band 2: Die Nichtkleriker in den Protokollen 1701 – 1725
Köln 1972, 1095 Seiten

Deitmer, Hermann
Die Kölner Generalvikariatsprotokolle
Band 3: Die Nichtkleriker in den Protokollen 1726 – 1740
Köln 1975, 1032 Seiten

Deitmer, Hermann
Die Kölner Generalvikariatsprotokolle
Band 4: Die Nichtkleriker in den Protokollen 1741 – 1750
Köln 1979, 1024 Seiten

Vogel, Hans
Die Kölner Generalvikariatsprotokolle
Band 5: 1751 – 1755
Köln 1984, 600 Seiten

Vogel, Hans
Die Kölner Generalvikariatsprotokolle
Band 6: 1756 – 1760
Köln 1992, 673 Seiten

Vogel, Hans
Die Kölner Generalvikariatsprotokolle
Band 7: 1761 – 1765
Köln 1994, 590 Seiten

Die Kölner Generalvikariatsprotokolle
Band 8: 1766-1770.
Köln 1998, 608 Seiten

Die Kölner Generalvikariatsprotokolle
Band 9: 1771-1775.
Köln 1999, 702 Seiten

Die Kölner Generalvikariatsprotokolle
Band 10: 1776-1780.
Köln 2001, 823 Seiten

Die Kölner Generalvikariatsprotokolle
Band 11: 1781-1785.
Köln 2004, 936 Seiten

– Die Reihe wird fortgesetzt! –

Die Bände sind zu beziehen über die:
Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e.V.